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Herzliche Segenswünsche nach Taizé zum 70.

Vielen Jüngeren und Junggebliebenen in unseren Gemeinden ist das ein Begriff: In dem kleinen Ort Taizé (sprich „täsee“) in Südfrankreich ist eines der lebendigsten geistlichen Zentren des christlichen Glaubens in Europa. Die „Kommunauté“, also die Gemeinschaft von Taizé, wird am 20. August 70 Jahre jung. Schon während des Zweiten Weltkrieges war dort ein junger Mann angekommen und hatte sich niedergelassen. Er sprach fließend Deutsch. Er war kein Freund der Deutschen, die Frankreich besetzt hielten; er versuchte, den Verfolgten zu helfen. Deren gab es viele: Politisch anders Denkende, Juden und Zigeuner. Sie wurden auch in Frankreich deportiert. Dazu gab es bereitwillige Helfer. Nach dem Krieg erkannte der junge Mann Roger Schutz, wie nötig nun Friedensarbeit und damit der Ruf zur Versöhnung sowie die  Heilung der Wunden und tiefen Gräben war. Er versammelte eine Gemeinschaft in dem kleinen Ort, der gar nicht weit von Cluny liegt. Im alten Kloster waren schon einmal starke Impulse für die geistliche Erneuerung Europas ausgegangen.
Die Zisterzienser wirkten bis ins erzgebirgische Grünhain. Anfang der 70er Jahre hatte Roger Schutz dann die Idee, ein Konzil einzuberufen. Aber diesmal nicht eine Versammlung von Bischöfen, Gelehrten und Würdenträgern, sondern ein Konzil der Jugend. Seitdem ist Taizé in jedem Jahr das Ziel von jungen Christen aus der ganzen Welt. Hier leben sie eine Zeit zusammen, diskutieren, feiern gemeinsam mit Brüdern Gottesdienste und tragen die Idee dann in ihre Heimatländer und ihre Kirchgemeinden. Das Konzil ist ökumenisch, d.h. offen für Christinnen und Christen aller Konfessionen. Es will bewusst Friedensarbeit leisten. In unseren Gemeinden sind längst viele der wundervollen Lieder und Gesänge angekommen und beliebt, die aus alter kirchlicher Tradition schöpfen, doch ganz aktuell Ausdruck des Glaubens sind. Andachten nach Taizé bewegen ganz tief und laden alle ein, mit einzustimmen und sich mittragen zu lassen von einer glaubenden Gemeinschaft. Dafür können wir nur danken.
Frére Roger Schutz war Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels; sein Leben endete aber im hohen Alter durch eine Messer-Attacke einer offenbar verwirrten Frau.
Sein Vermächtnis aber lebt: In Taizé und in der ganzen Welt. Gott sei Dank für Seinen Geist, der immer wieder frischen Wind in die Kirche bringt. „Laudate omnes gentes“, „Lobsingt ihr Völker alle, lobsingt und preist den Herrn“. Gottes Segen für sein Völkchen in Taizé, und für alles, was von da ausgeht in die Welt!
Gute Wünsche auch für alle aus unseren Gemeinden, die auf Reisen gehen! Seid behütet unterwegs und kehrt fröhlich und gesund heim!

Ihr/ Euer Pfarrer Volker Burkart

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22.08.2019
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