Capella Fidicinia - Kirche SZB

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Fotos: Stefan Ditter
Bei Luther zu Gast …
 
„Musik ist ein reines Geschenk und eine Gabe Gottes, sie vertreibt den Teufel, sie macht die Leute fröhlich und man vergisst über sie alle Laster.“
Ja, auch Martin Luther wusste bereits die Macht und den Trost, der aus der Musik fließen kann zu schätzen.
Ganz unter diesem Zeichen stand am Montag, 28. August, das vorletzte Konzert des diesjährigen Musiksommers, das von der „Capella Fidicinia“ gestaltet wurde. Unter dem Titel „Non moriar, sed vivam“ - „Ich werde nicht sterben, sondern leben“ stellten die Musiker um Prof. Martin Krumbiegel Kompositionen des großen Reformators vor, von dem gerade in diesem Jahr so viel gesprochen wird. Ist uns Luther genau in dieser Eigenschaft, als Bibelübersetzter und streitbarer Glaubenseiferer bekannt, so wird seine Fähigkeit zur Komposition nicht immer genug gewürdigt.
Dem zu begegnen waren die Künstler an diesem Abend angetreten. Dabei kamen nicht nur Kompositionen Luthers, sondern auch Bearbeitungen seiner Zeitgenossen und Komponisten des 16. Und 17. Jahrhunderts zu Wort oder besser zu Gehör.
Dabei waren die Stimme Krumbiegels, der Sopranistin Friederike Urban und des Bassisten Jörg Hempel wie geschaffen für die Interpretationen der lutherschen Texte und Melodien. Stimmig und exzellent begleitet wurden die Sänger von Almuth Seidel – Violine, Stefan Gruner – Posaune alter Mensur, Almuth Reuther – Truhenorgel sowie neu ins Programm aufgenommen Katharina Holzhey mit ihrer Viola da Gamba.
Wer nur ein reines Konzert erwartet hatte, sah sich spätestens nach den ersten erläuternden Ausführungen Prof. Krumbiegels eines Besseren belehrt, der mit seinen Erklärungen die Hintergründe um die Person Martin Luthers und seiner Zeit tiefgründig beleuchtete. Wenn auch zuweilen die Gefahr bestand, dass sich das Konzert in Richtung Musikunterricht neigte, vermittelten die Ausführungen Krumbiegels interessante Zusammenhänge und ließen die Zeit des Reformators vor den Augen der Besucher zum Teil neu entstehen. Inwieweit die Fülle der Erläuterungen im Widerstreit mit den musikalischen Beiträgen lagen, musste jeder Besucher selbst für sich entscheiden. Vieleicht hielt man es einfach mit dem Reformator selbst: „Auf böse und traurige Gedanken gehört ein gutes, fröhliches Lied und freundliche Gespräche." (M. Luther)
In jedem Fall war der Abend hoch interessant und ansprechend. Die Musik der „Capella Fidicinia“ sowieso.
J.L.

 
10.11.2017
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