Christus - Kirche SZB

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Auferstandener Christus spendet Ostersegen

Zur diesjährigen Ostermette kehrt zur großen Freude der Kirchgemeinde von St. Georgen ein wertvolles Schnitzwerk - der auferstandene Christus - auf den Altar zurück. Vermutlich stand er bereits auf dem Altar der Vorgängerkirche  (heutige Untere Schlossstraße). Es ist neben Pfarrer Christian Haustein,  Dr. Götz Altmann, den Kirchenvorständen, Pfarrer Rolf Scholz und besonders unserem Kirchner Jörg Windisch zu danken, dass der auferstandene Christus auch im übertragenen Wortsinn „auferstanden“ ist. Dass diese etwa 80 Zentimeter hohe Holzplastik in der alten Kirche gestanden haben könnte, geht aus dem „Inventarium an Mobilien“ des Jahres 1657 hervor. Dort steht: „bey der Kirche und Pfarre Zu schwartzenbergk Ao  1657, den 17. Novembris … (?) ein geschnitztes Bild der Auferstehung Christi …“  Jörg Windisch vermutet, dass das Schnitzwerk Mitte des 17. Jahrhunderts für die alte Kirche (sie wurde ein  Opfer des Stadtbrandes vom 10. August 1709)  entstand und später in die 1699 geweihte neue Kirche (seit 10. Dezember 1919 Georgenkirche) gelangte. Dass die Arbeit eines unbekannten Schnitzmeisters über Jahrhunderte hinweg fast in Vergessenheit geriet und auch die Lagerung alles andere als sachgerecht erfolgte, ließ sich an der Holzplastik nach ihrer Wiederentdeckung ablesen. Ihr fehlten zwei Unterarme, eine Fußzehe, die Siegesfahne sowie eine Querfalte des Gewandes. Erkennbar geblieben war das kräftige Rot des Umhanges als Zeichen für das Blut Christi. In diesem Zustand wurde sie im Herbst 2003 dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen zur Reinigung und Konservierung übergeben. Nach Abschluss dieser Arbeiten wäre der auferstandene Christus fast ein weiteres Mal in Vergessenheit geraten. Jörg Windisch fragte im März 2014 bei Dr. Udo Lorenz an, was aus der Figur geworden sei. Dem folgte am 23. Dezember 2014 die Übergabe des gereinigten und konservierten  Schnitzwerkes. Der Schwarzenberger Holzbildhauer Hartmut Rademann nahm sich im Frühjahr 2017 der unvollständigen Holzplastik an. Vorher hatte der Kirchenvorstand entschieden, dass der auferstandene Christus erst dann wieder seinen Platz auf dem Altar findet, wenn die fehlenden Teile ergänzt werden. So einfach wie das klingt, war die Umsetzung allerdings nicht. Hartmut Rademann: „Besonders die Querfalte des Gewandes, die auf einem unregelmäßigen Bruch ergänzt werden musste, stellte eine besondere Hausforderung dar. Doch dafür, dass der auferstandene Christus möglicherweise bereits Teil des Altars in der alten Kircher war, lohnte dieser Aufwand.“  Sehr sorgfältig erfolgte zudem  die farbliche Gestaltung der ersetzten Lindenholz-Teile. Sie wurde von Restauratorin Annegret Michel so vorgenommen, dass sie keineswegs dominiert, sondern als Ergänzungen des Originals erkennbar bleibt.
Den Altar unserer St.-Georgen-Kirche krönt der Auferstandene. Er wurde vom Leipziger Bildhauer Georg Krafft 1729 geschaffen und sein Strahlenkranz stellt die Verbindung zu den goldenen Strahlen der Decke her. Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht. Diese Botschaft verschmilzt zur Ostermette mit dem auf den Altar zurückgekehrten auferstandenen Christus zu einem die Kirchgemeinde tief berührenden Glaubensbekenntnis. hjs
„Auferstandener“
In diesem Zustand befand sich der auferstandene Christus aus dem alten Kirchlein. Quelle: Publikation „Auf Fels gebaut“, Seite 63
„Hartmut und Jörg“
Kirchner Jörg Windisch und Holzbildhauer Hartmut Rademann sind glücklich darüber, dass der auferstandene Christus zur Ostermette wieder auf dem Altar der St.-Georgen-Kirche stehen wird. Foto: H.-J. Schwochow
 
28.08.2018
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