Dolce memoria - Kirche SZB

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Musiksommer 2018
Süße Erinnerung
Dolce memoria - Auf den Spuren eines vergessenen Klangs.
 
Das fünfte Konzert des Musiksommers 2018 in St. Georgen widmete sich einem Instrument, das man heute eher selten hört. Doch das war nicht immer so.
Die Viola da gamba entstand in der Zeit der Renaissance, wahrscheinlich in Spanien. Vor allem in der Zeit um 1500 war sie das Instrument der polyphonen Mehrstimmigkeit in Italien.
Als Instrument der höfischen Welt erklang sie als „Königin der Instrumente“ vor allen in den Häusern des Adels und der gehobenen Bürgerschicht. Nach dem Siegeszug der Violine und später des Violoncellos geriet die „Schoßgeige“, wie man das Instrument wegen der Spielhaltung auch nannte, in die Zweitrangigkeit. Erst im 18. Jahrhundert erlangte die Viola da gamba wieder an Bedeutung. Heute ist die Viola da gamba, nicht zuletzt wegen ihres weichen samtigen Klangs, als fester Bestandteil historischer Aufführungspraxis wieder sehr beliebt.
 
Silke Strauf legte sich an diesem Abend das Instrument in den Schoß und begeisterte die Zuhörer durch ihre exzellente Spielweise.
Strauf widmete sich zunächst dem Studium der Geschichte, Germanistik und Musik, bevor sie sich ganz der Musik zuwandte. In der künstlerischen Ausbildung für Viola da gamba, die sie an der Hochschule für Künste Bremen bei Sarah Cunningham und Hille Perl absolvierte, spezialisierte sie sich auf die Interpretation Alter Musik.
Begleitet wurde Silke Strauf am Abend von Gösta Funck am Cembalo. Der in Hamburg geborene Solist studierte historische Tasteninstrumente in Würzburg bei Glen Wilson (Diplom und Meisterklasse) und in Köln bei Ketil Haugsand (Konzertexamen). Er komplettierte seine Ausbildung auf Meisterkursen bei Bob van Asperen, Jesper B. Christensen und Lars Ulrik Mortensen. Als Solist und Continuo-Spieler arbeitete Gösta Funck mit etablierten Größen wie Concerto Köln und Konrad Junghänel im In- und Ausland.
 
Beiden Musikern gelang es an diesem Abend die Besucher in die Zeit der Renaissance zu versetzen. Man war gut beraten, die Stücke von Gabrielli, Vivaldi, Corelli und anderen Komponisten des italienischen Barock mit geschlossenen Augen auf sich wirken zu lassen. Mit ein wenig Phantasie fand man sich im Venedig zur Zeit Vivaldis wieder. Sah sich in einer Gondola sitzen und leise auf einen der zahllosen Kanäle gleiten. Aus den Palazzos dringt der weiche Klang der Viola da gamba begleitet von den zarten Tönen des Cembalo … .
Ja es war authentische Musik des italienische Barock, die die Zuhörer am Montag in ihren Bann zog.
Virtuos vorgetragen, einfühlsam interpretiert, entspannend – ein stilles Konzert, eine musikalische Zeitreise.
J.L.
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Fotos: Stefan Ditter
 
20.11.2018
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