Karius - Kirche SZB

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Fotos: St. Ditter
 
Eine unterhaltsame Reise durch das „klingende Europa“

Besucher des 3. Konzertes des Musiksommers 2017 begaben sich mit ihrem Kommen gleichsam auf eine musikalische Reise quer durch Europa.
Als „Reiseführer“ war dazu Wolfgang Karius aus Achen nach Schwarzenberg gekommen, der den Zuhörern 11 Komponisten aus 8 europäischen Ländern vorstellte. Und so, wie die Landschaften bei einer Reise durch Europa stetig wechseln, so waren auch die gespielten Stücke höchst unterschiedlich.
Angefangen bei einer Bearbeitung für Orgel der Bachschen Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“ durch den ungarischen Komponisten Franz Liszt, über ein Stück des Deutschen Ernst Köhler, der in der Zeit der Romantik lebte und arbeitete, dessen Zeitgenossen Felix Mendelssohn Bartholdy bis zu dem heutigen Komponisten Peter Planyavsky, der in Österreich wirkt, verlief dabei die Reiseroute. Waren die Stücke von Johann Sebastian Bach und Mendelssohn eingängig und sehr festlich, so musste man sich in das Stück Planyavskys erst einhören. Obwohl man anschließend nach England reiste, fühlte man sich zu den wohlvertrauten Klängen  von Händels Sinfonia „Arrival of the Queen of Sheba“ wieder „heimisch“.
Gleichsam als Geburtstagsständchen erklangen im Anschluss Stücke von dem Franzosen Louis Lefébure-Wély und dem dänischen Komponisten Niels Wilhelm Gade, die beide in diesem Jahr ihren 200 Geburtstag erlebt hätten.
Mit der heiteren, geradezu unterhaltsamen „Sonata Finale“ des italienischen Meisters Vincenzo Antonio Petrali endete die musikalische Reise durch Europa.
Dabei war Wolfgang Karius den „Mitreisenden“ ein kompetenter und unterhaltsamer Reiseleiter. Mit seiner präzisen Spielweise und seinem virtuosen Können an der Schwarzenberger Eule-Orgel begeisterte er seine Zuhörer stets aufs Neue.
Der studierte Musiker gilt als Organist, Cembalist und Dirigent als besonders begabter und engagierter Musiker, der weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und geachtet ist.
Wolfgang Karius studierte an der Staatlichen Musikhochschule in Köln Kirchenmusik und Schulmusik. Seine Orgellehrer waren Wolfgang Stockmeier und Michael Schneider sowie Hugo Ruf im Fach Cembalo. Nach dem Staatlichen A-Examen setzte Wolfgang Karius als Stipendiat der französischen Regierung seine Studien - insbesondere französischer Orgelmusik - bei Marie-Claire Alain und Jean Langlais in Paris fort. Gleichzeitig wirkte er dort als „Organiste Titulaire“ an der Deutschen Kirche. Meisterkurse bei Luigi Tagliavini, Anton Heiller und Kenneth Gilbert, die zu einer intensiven Auseinandersetzung mit barocker Aufführungspraxis führten, und Meisterkurse in Dirigieren bei Kurt Thomas und Sergiu Celibidache vervollständigten die musikalische Ausbildung von Wolfgang Karius. An der Kölner Universität studierte er Romanistik und bei Heinrich Hüschen Musikwissenschaft. Nach einer langjährigen Tätigkeit als Kirchenmusiker in Köln war er von 1983 - 2008 als Organist und Kantor an der Annakirche in Aachen und als Leiter des traditionsreichen AACHENER BACHVEREIN tätig und damit auch für die künstlerische Leitung der alljährlich stattfindenden AACHENER BACHTAGE verantwortlich. 1993 wurde Wolfgang Karius für seine Leistungen auf kirchenmusikalischem Gebiet der Titel Kirchenmusikdirektor verliehen.

Vor 50 Jahren begannen die Schwarzenberger „Sommermusiken“ als kurze Orgelabende der damaligen Kantoren Rolf Rademann und Willfried Süß – das heutigen Konzert war somit gleichsam eine Hommage im Jubiläumsjahr an die Gründer der alljährlichen montäglichen Abende in St. Georgen.
 J.L.
 
10.11.2017
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