Musiksommer 2019 - Kirche SZB

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Fotos: Jürgen Leonhardt
26. August 2019 - Musik verbindet Alt und Jung
 
Collegium musicum und junge Instrumentalisten breiten beim jüngsten Konzert des Musiksommers der St.-Georgen-Kirche Schwarzenberg einen Klangteppich aus und ernten viel Applaus
 
„Alte Musik in jungen Händen“ überschrieb Kirchenmusikdirektor Matthias Schubert das jüngste Musiksommer-Konzert in St. Georgen. Junge Künstler meisterten mit Bravour die einmalige Herausforderung des Konzertierens vor großem Publikum. Zum Star des Abends avancierte Anna Margarete Schubert. Die Zehnjährige aus dem vogtländischen Lengenfeld spielte zum ersten Mal mit großem Orchester und hatte sich für diese Premiere Antonio Vivaldis Konzert a-Moll op.3, Nr. 6 ausgesucht. Beachtlich, mit welcher Hingabe die kleine Violinistin besonders das Largo meisterte. Sie stand ihren ebenfalls im Konzert auftretenden Geschwistern Franz Xaver (14, Horn) und Marie Josepha (12, Querflöte) in Nichts nach.  Viel Beifall gab es zudem für Jonas Lein und seine Schwester Jasmin. Der 21-jährige Elektroniker erhielt Geigenunterricht bei Dagmar Lötzsch, spielt bereits sieben Jahre im Collegium musicum mit und zeigte beim Konzert für Violine, Streicher und Basso continuo, mit welcher Hingabe er besonders Bach-Werke interpretiert. Für seine 18-jährige Schwester wurde das Konzert e-Moll für Blockflöte, Querflöte, Streicher und Basso continuo zum besonderen Erlebnis. Sie begann mit fünf Jahren bei Adelheid Rademann mit dem Flötenunterricht, erhielt bei Annerose Roth ihre Querflöten-Ausbildung und spielte nun mit ihrer Lehrerin das anspruchsvolle Telemann-Konzert. Verständlich, dass Susann Lein (47) besondere Freude beim Spiel ihrer beiden „Großen“ empfand. Die Altenpflegerin spielt im Collegium musicum die 2. Geige und freute sich schon darauf, dass Sohn Elias zum Weihnachtsoratorium im Orchester seinen ersten großen Auftritt haben wird. Mit besonderem Interesse verfolgte Hermann Meyer das Spiel seiner jungen Kollegen. Der in Lauter geborene, in Erla aufgewachsene und nun in Augsburg lebende 80-jährige Cellist brillierte mit dem Konzert für Violincello und Orchester. Der frühere Solocellist im Philharmonischen Orchester Augsburg und im Festspielorchester Bayreuth über das Konzert: „Ich bin beeindruckt, wie in Schwarzenberg mit den jungen Musikern gearbeitet wird. Dass sich das Collegium musicum an Luigi Boccerini heranwagt und diese Herausforderung ausgezeichnet meistert, verdient meinen Respekt.“  Viel Lob gab es zudem von Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (CDU): „Ich bin sehr froh darüber, dass es Kantor Matthias Schubert so gut versteht, mit den jungen Leuten zu musizieren. Für unsere Stadt ist die Kantorei ein großer Gewinn.“  
Nur einen ganz kleinen Wermutstropfen gab es. Über 160 Musikfreunde begeistere das Montagskonzert. Die jungen Künstler und das Collegium musicum hätten weit mehr Zuhörer verdient.
hjs.
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Fotos: Stefan Ditter
 
19. August 2019 - Kleiner Chor mit großer Stimme
 
Konzert des Musiksommers in St. Georgen begeistert „Aus Liebe zum Gesang“ mit Madrigalen und Volksliedern
 
Schwarzenberg. Es müssen nicht immer national und international herausragende Sänger und Instrumentalisten sein, welche die Herzen von Musikfreunden höher schlagen lassen. Den Beweis trat der kleine Chor der Kantorei St. Georgen an. Er zog beim letzten Konzert des Musiksommers über 200 Besucher in seinen Bann. Annerose Roth (Flöten, Sopran), Luise Egermann (Sopran), Ingrid Sohrmann und Cornelia Schubert (Alt), Matthias Schubert (Continuo, Tenor und Leitung) sowie Bernd Epperlein und Jürgen Leonhardt (Bass) sangen und spielten unter dem Konzertmotto „Aus Liebe zum Leben“. Dabei beeindruckten sie mit beachtlicher stimmlicher Ausgewogenheit und hoher Emotionalität. Im „echten“ Leben stehen sie als Werkzeugmacher, Zahntechnikerin, Kirchenmusiker, Verwaltungswirtin oder Inhaber einer Werbeagentur ihren Mann/ihre Frau. Im Chor der Kantorei gehen sie ihrer musikalischen Leidenschaft nach. So begann beispielsweise Annerose Roth (48) bereits mit fünf Jahren ihre sängerische Laufbahn; zunächst in der Vorkurrende, Kurrende und ab 1985 im Chor unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Rolf Rademann. Prägend für sie war auch das gemeinsame Musizieren mit ihrem Vater Wilfried Süß. Sie stand bei Orgelandachten an seiner Seite und bereicherte die Andachten ab 1991 als Flötensolistin. „Ich finde ganz wunderbar, dass in Schwarzenberg unter Kirchenmusikdirektor Matthias Schubert die Konzerte des Musiksommers an Vielfalt gewonnen haben. Die großartige Resonanz zeigt, wie gut das bei den Erzgebirgern ankommt. Und bei einem Gläschen „Schwarzenberger Notenbrunnen“ lässt sich gut miteinander ins Gespräch kommen“, beschreibt die Instrumentallehrerin eigene Begeisterung. Diese Hingabe war beim letzten Sommerkonzert besonders bei der heiter-beschwingt vorgetragene Mozartsonatine für Blockflöte und Continuo zu spüren.
Volkslieder und Madrigale besangen die schönen Dinge des Lebens. Jeder Liedvortrag hätte besondere Hervorhebung verdient. Da das beim besten Willen nicht möglich ist, bleibt der Dank an den kleinen Chor, der „Aus Liebe zum Leben …" begeisterte und den Musiksommer von St. Georgen bereicherte.
hjs.
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Fotos: Jürgen Leonhardt
12. August 2019 - Höfischer Glanz in St. Georgen.
 
Konzertbesucher in Schwarzenberg erlebten festliche Musik auf historischen Instrumenten.
 
Wer am Montagabend in die St. Georgenkirche nach Schwarzenberg gekommen war, erlebte höfische Musik voller Anmut und festlicher Eleganz.
Das Michaelis Consort aus Leipzig war in die Kirche gekommen und gestaltete ein Konzert im Rahmen des Musiksommers 2019. Die sieben erfahrenen Kammermusiker und Spezialisten für historische Aufführungspraxis bewegten sich auf den Spuren der öffentlichen Konzerte des 17. und 18. Jahrhunderts. Mit ihrem Spiel vermochten sie es eindrucksvoll von der damaligen Virtuosität und Emotionalität der Musik zu erzählen.
Seit 2011 bestehend findet sich das Michaelis Consort für unterschiedlichste Projekte zusammen: Von kammermusikalischer Renaissancemusik bis hin zu großen Barockorchesterprojekten. Eines der Highlights sind unter anderem die Aufführungen der großen Vokalwerke J.S. Bachs in der Thomaskirche Leipzig. Ihr Wissen sammelten sie an den besten Hochschulen Europas und in den führenden Ensembles der Welt. Bei vielen namhaften und interessanten Festivals (u.a. Festival Oude Muziek Utrecht, Bachfest Leipzig, Musikfest Erzgebirge, Münchner Residenzfestspielen) sind die Musiker des Ensembles gern gesehene und geschätzte Gäste. So auch am Montag in Schwarzenberg. Denn bereits vor zwei Jahren erspielten sich die Künstler Respekt und Anerkennung bei den treuen Besuchern des Musiksommers. Dabei interpretierte man an diesem Abend Werke von eher weniger gespielten Komponisten. Namen wie Scherer, Pezel, Schmelzer, Biber, Torri, Albirici, Dall’Abaco oder Molter hört man doch eher selten. Umso mehr sammelten die zahlreich erschienenen Konzertbesucher neue musikalische Erfahrungen der alten Meister des 17. und 18. Jahrhunderts. Allen Besuchern, die in der Nähe der Künstler sahen, konnte es nicht entgehen, mit welcher Freude und Leidenschaft hier gespielt wurde. Wer in der Lage war, das Konzert mit geschlossenen Augen zu erleben, den versetzte die Musik in Gedanken an die Höfe der Renaissance und des Barock. Die historischen Instrumente wie die beiden Barock- oder Naturtrompeten, Viola oder ein Violone (Gambe) unterstrichen dabei die Authentizität des Spiels. Das barocke Ambiente der Kirche St. Georgen lieferte für dieses Konzert den würdigen Rahmen und verband sich mit der Musik zu einer gelungenen Kombination.
J.L.
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Fotos: Stefan Ditter
5. August 2019 - Gesang, Trompete und Orgel

Zweiter Teil des Musiksommers 2019 begann mit großartigem Konzert.

Mit einem Konzert für Gesang, Trompete und Orgel wurde die Reihe „Musiksommer in St. Georgen“ am Montag fortgesetzt. Dazu lud Christian Gläser, einheimischer Musiker aus Schwarzenberg, Sylvia und Thomas Irmen in seine Heimatgemeinde ein. Die bekannte Mezzosopranistin, ihr Ehemann und Gläser gestalteten, ein abwechslungsreiches Programm und erfüllten das alte Gotteshaus mit festlichen Klängen. Thomas Irmen ist gefragter Solotrompeter, der unter anderem in der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz sowie im Blechbläserensemble Ludwig Güttler sein Können unter Beweis stellt. Konzertreisen führten ihn durch Europa, Amerika und Shanghai. Darüber hinaus konzertiert er mit eigenen Programmen für Gesang, Trompete und Orgel mit seiner Frau, der Mezzosopranistin Sylvia Irmen. Dieser gelang es mit ihrer ausdrucksstarken Stimme immer wieder an diesem Abend den Kirchenraum zu füllen. Doch es waren auch zarte, einfühlsame Melodien zu hören.
Namensgebend für das Konzert, das die Künstler unter das Motto „O Röschen rot“ gestellt hatten, waren Stücke aus Gustav Mahlers Liederzyklus „Des Knaben Wunderhorn“. Darüber hinaus hörte man Werke von Heinrich Schütz, Johann Rosenmüller, Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach und Edward Grieg.  Mit dem „Nachtgebet“ von Josef Gabriel Rheinberger und dem zu Herzen gehenden „Panis angelicus“ von César Frank setzten die Künstler einen emotionalen Höhepunkt. Stehend würdigten die zahlreich erschienenen Zuhörer die herausragenden Leistungen des Trios. „Etwas schöneres kann jetzt nicht mehr kommen“ war eine Zuhörerin zu vernehmen.  
Nach seinen Empfindungen am Ende des Konzertes gefragt, antwortete KMD Matthias Schubert: „Es hat mich wirklich sehr berührt!“. Zudem hob er, ohne die hervorragenden Leistungen Syilvia und Thomas Irmen schmälern zu wollen, die Leistung des Organisten Christian Gläser hervor. Über den gesamten Abend bestach Gläser zum einen durch eine prägnante saubere, wie auch durch sehr zarte einfühlsame Spielweise. Mit: „Hut ab!“ würdigte Schubert zusammenfassend dessen musikalische Leistung in diesem Konzert. Dem konnte man sich nur anschließen.
J.L.
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Fotos: Jürgen Leonhardt
29. Juli 2019 - Junges Nonett begeistert in Schwarzenberger Kirche
 
Zum fünften Konzert der Reihe „Musiksommer in St. Georgen“ Schwarzenberg am vergangenen Montag begrüßten die Zuhörer das Junge Rostocker Nonett. Eine Formation, die in Schwarzenberg wohl bekannt ist. Bereits zum dritten Mal gastierten die Jungen Künstler unter der Leitung von Heiner Schindler, langjähriger Soloklarinettist der Staatskapelle Berlin und Professor für Klarinette und Kammermusik an der hmt Rostock. Entsprechend hoch waren die Erwartungen, die die Konzertbesucher in das Ensemble setzen. Enttäuscht haben die Künstler nicht - im Gegenteil. In der einzigartigen Besetzung von vier Streichern und fünf Bläsern begeisterten die Musiker, allesamt Studierende an der Hochschule für Musik und Theater der Hansestadt, mit ihrer frischen Spielweise.
Das Ensemble, das auch international Erfolge feiert, bestach durch besondere Vitalität und präzise sowie gleichermaßen einfühlsame Interpretation. Mit der „Kleinen Nachtmusik“ von W. A. Mozart begann das Konzert. Die „Tänzerischen Preludien“ des polnischen Komponisten Witold Lutosławski waren für die meisten Ohren eher experimentell, fanden aber ob ihres meisterhaften Vortrages Zustimmung. Mit Stücken des tschechischen Komponisten Jiří Jaroch sowie J. Novak blieben die Künstler ihrem eher modern geprägtem Programm treu. Die Ouvertüre zu Johann Strauß‘ „Fledermaus“ berührte als erste Zugabe eher das klassische Empfinden der Konzertbesucher.
Mit einer Bearbeitung des „Feieromd“-Liedes gruben sich die jungen Musiker endgültig in die Herzen der Zuhörer.
J.L.
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Fotos: Jürgen Leonhardt
 
22. Juli 2019 - Die netten Nachbarn der Queen
 
Mit einem königlichen Konzert haben The Queen’s Six Besucher des Musiksommers in Schwarzenberg unterhalten. Und dabei plauderten sie auch royale Geheimnisse aus.
Schwarzenberg.  
Königin Elisabeth II. macht momentan Urlaub in Schottland. Das ist genau die Zeit,
in der ihre netten Nachbarn – jene sechs Profi-Sänger, die als Vikarchor die regelmäßigen Gottesdienste am britischen Hof gestalten – auf Konzertreise gehen können. Diese führte The Queen’s Six am Montag in die St.-Georgen-Kirche Schwarzenberg.
Vermittelt hat diesen Konzertgenuss für die mehr als 600 Gäste des Abends Christian Hacker, Chef der gleichnamigen Agentur aus Dresden. „Ich kenne Kantor Schubert gut und weiß, dass Schwarzenberg eine besondere Adresse ist, wenn es um hochkarätige Kirchenmusik geht“, sagt Hacker. Ihm obliegt die Tourneeplanung für die sechs Sänger innerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, wie er erzählt.
Dan Brittain, einer der beiden Countertenöre des Ensembles, wurde in München geboren, ist zweisprachig aufgewachsen und lebt nun schon seit vielen Jahren mit seiner Familie auf Windsor Castle. Im Jahr 2008, zum 450. Krönungsjubiläum von Queen Elisabeth I., formierten sich die Haus- und Hofsänger unter dem Namen The Queen’s Six. Acht Gottesdienste pro Woche gestalten sie für das Königshaus, aber auch für Besucher. Zudem unterrichten einige der Sänger noch die Chorknaben. „Jetzt aber sind Ferien, da können wir auch mal weg“, sagt Dan Brittain. Die Konzertreisen nutzen die sechs sympathischen jungen Herren jedoch nicht nur, um mit ihrem musikalischen Können viele Besucher zu erfreuen. „Wir nutzen diese Zeit auch, um selbst etwas Urlaub zu machen, unsere Musik mit vielen zu teilen und das Ganze mit etwas Erholung zu koppeln“, sagt Dan Brittain. So waren sie vor ihrem Auftritt in St. Georgen eben mal schnell schwimmen im Freibad Lauter und haben sich Schwarzenberg angesehen. Von der 320 Jahre alten barocken Kirche zeigten sie sich beeindruckt. Ihre Stimmen füllten fulminant den Raum. „Es ist wichtig, dass wir uns selbst hören. Das ist hier wunderbar“, so Brittain. Sie alle sind Meister ihres Faches. Noten- und Textblätter gebe es nur zu den Proben. Simon Whiteley (Bariton) arrangiert die meisten Sätze populärer Titel für die Gruppe selbst. Wie beispielsweise „Amazing grace“, das solistisch beginnt und in faszinierender, ausgewogener Sechsstimmigkeit endet. Die Gäste wagten kaum zu atmen, um den Wohlklang des mehrstimmigen Satzgesangs nicht zu stören. Natürlich erklang bei diesem königlichen Konzert auch jenes bekannte „If ye love me“, das sie 2018 zur Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle in der St.-George’s-Chapel sangen.
Als Nachbarn der Queen bezeichnen sie sich selbst, weil sie tatsächlich nebenan wohnen. „Stellen Sie sich vor, Sie könnten sich Ihre Nachbarn aussuchen. Die Queen kann es und tut es“, verrät Dan Brittain. Noch bis 4. August sind sie auf Tour.
Beate Kindt-Matuschek
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Fotos: Stefan Ditter
15. Juli 2019 - „Es war einmal am Fluss …“ – faszinierendes Konzert mit EXPROMT in St. Georgen
 
Während des dritten Konzertes der Reihe „Musiksommer in St. Georgen“ wurden die Zuschauer in die Weiten Russlands entführt.
Verantwortlich dafür war das russische Ensemble „EXPROMPT“, welches KMD Matthias Schubert bereits zum zweiten Mal nach Schwarzenberg eingeladen hatte. Nachdem die vier Musiker und ihre Sängerin Valeriya Shikova bereits im Sommer 2016 ihre Zuhörer begeistert hatten, waren auch am Montag, 15.07.2019, zahlreiche Besucher in die barocke Kirche gekommen und wurden nicht enttäuscht. Was die vier Musiker über fast zwei Stunden geboten hatten, war schon außergewöhnlich. Mit Ihren meisterhaft gespielten Instrumenten, Balalaika, Domra, Bajan und einem Balalaika-Kontrabass vermochten sie es von Anfang an, ihre Zuhörer in den Bann zu ziehen. Ihr Repertoire reichte von traditionellen russischen Weisen über Jazz-Foxtrott bis hin zu einem Tanz aus Peter Tschaikowskis Ballett „Schwanensee“. Mit unbändiger Spielleidenschaft, einem umwerfend virtuosen, feinsinnigen und begeisternden Ensemblespiel voller solistischer Glanzlichter entführte das Quartett in die weiten Landschaften Kareliens, in der die Künstler ihre Heimat haben. Alexey Kleshchenko, der zudem die Balalaika spielte, führte unterhaltsam mit Charme und manchem Augenzwinkern durch das Programm. Überraschend zeigten sich dabei die Fülle und erstaunliche Bandbreite, die den traditionellen russischen Instrumenten zu entlocken waren. Die faszinierende Mischung der verschiedenen Stilrichtungen, gepaart mit der Fähigkeit der vier Akteure Gefühle wie Liebe, Trauer und Melancholie, aber auch Lebensfreude musikalisch auszudrücken und die Zuhörer unmittelbar daran teilhaben zu lassen, beeindruckte zutiefst.
„Mit geschlossenen Augen sah ich die weiten russischen Landschaften an wir vorüberziehen.“ So drückte es eine begeisterte Zuhörerin aus, die aus Eibenstock angereist war. „Der Weg hat sich gelohnt!“, so die Besucherin des Konzertes.
J.L.

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Fotos: Stefan Ditter
8. Juli 2019 - Magier der Gitarrensaiten verzaubert
 
Das zweite Konzert des Musiksommers Schwarzenberg in der St. Georgenkirche am 8. Juli verdient das Prädikat herausragend. Zum einen deshalb, weil es nach jahrlangen Bemühungen gelang, mit Vicente Patíz einen herausragenden Gitarrenvirtuosen zu verpflichten. Zum anderen, weil der in Johanngeorgenstadt groß gewordene Künstler einen musikalischen  Kontrastpunkt setzte, über den mehr als 300 Konzertbesucher noch lange reden werden. Musikfreunde aus Sosa, Eibenstock, Annaberg-Buchholz, Bernsbach, Aue und  Schwarzenberg erlebten eine faszinierend-musikalische Weltreise. Patíz überschreibt sein aktuelles Programm mit Alegria; aus dem spanischen übersetzt mit „Freude“. So war es denn auch pure Lebensfreude, die der Weltenbummler auf seinen Instrumenten und mit locker-humorvollen Moderationen verströmte. Für seinen bezaubernden Mix aus virtuosem Spiel und grenzenlosem Optimismus setzt Patiz  Gitarren, Didgeridoo, Low Whistle, Percussion und seine weltweilt einmalige 42-saitige Harfengitarre ein. Ob lachende Kinder in Laos, die Melodik auslaufender Wellen am Ostseestrand, die geheimnisvollen Urwaldstimmen,  kubanische Lebensfreude oder das Feuer andalusischer Nächte -  Patíz breitet mit jedem seiner Titel einen Klangteppich aus, der den Alltag vergessen lässt und zum Träumen einlädt. Unverkennbar dabei - die musikalischen Einflüsse seiner Vorbilder, zu denen beispielsweise Johann Sebastian Bach, Pat Metheny, Vicente Amigo, Marc Berthoumieux oder Andreas Vollenweider gehören. Zwei Zugaben erklatschte sich das dem Gitarrenzauber verfallene Publikum. Diese Ovationen galten auch Kirchenmusikdirektor Matthias Schubert, dem mit der Konzertauswahl des diesjährigen Musiksommers ein besonderer Glückswurf gelungen ist. Schon am kommenden Montag folgt mit Musik aus Russland (Valeriya Shishkova & Exprompt) der nächste konzertante Glanzpunkt.
hjs
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Fotos: Jürgen Leonhardt
1. Juli 2019 - Eröffnungskonzert des Musiksommers 2019

Zusammen mit dem zweiten Halbjahr begann am Montag, 1. Juli, in St. Georgen der Musiksommer 2019.
Und das hochkarätig. Kein geringerer als der Trompetenvirtuose Prof. Ludwig Güttler kam an diesem Abend aus der Landeshauptstadt in die barocke Kirche nach Schwarzenberg. Damit wurde einmal mehr die enge Verbundenheit des Meisters deutlich, die er seit seiner Kindheit und Jugend mit dem Gotteshaus pflegt.
Doch an diesem Abend gab es noch einen ganz speziellen Grund, der Güttler und 14 Musiker des Ensembles Virtuosi Saxoniae nach Schwarzenberg führten. Handelte es sich bei diesem Konzert doch um die erste von vielen weiteren Veranstaltungen, die der dringend anstehenden Sanierung des 320 Jahre alten Gotteshauses dienen sollen. Doch dazu später mehr.
Zunächst gilt es jedoch die musikalisch-künstlerischen Leistungen der Musiker zu würdigen.
Es verwundert nicht, dass die Erwartungen besonders hoch lagen, wenn ein international gefeierter Trompeter nach Schwarzenberg kommt. Dementsprechend viele Besucher waren der Einladung zu diesem Konzert gefolgt, sodass die Kirche dicht gefüllt und nur vereinzelt ein freier Platz zu finden war.
Neben der virtuosen Spielweise, die zweifelsohne dem Ruf, der Ludwig Güttler vorauseilt und sich umfänglich bestätigt fand, ist in gleicher Weise das musikalische Können der Mitglieder des Ensembles Virtuosi Saxoniae zu würdigen. Besonders eindrucksvoll legten Johanna Mittag an der Violine und Robert Matthes mit seiner Oboe Zeugnis ihres künstlerischen Spielvermögens ab.
Werke von Telemann, Marcello, Biber, Quantz und Johann Sebastian Bach gaben den Künstlern die Möglichkeit, ihre Virtuosität unter Beweis zu stellen. Ein festliches barockes Konzert in einem ebensolchen Ambiente bildete den Auftakt zum diesjährigen Musiksommer.
Vor der Pause verlieh Kantor Matthias Schubert seiner Freude Ausdruck, dass dieses Konzert möglich wurde und erläuterte die Dringlichkeit der anstehenden Arbeiten in dem alten Gotteshaus.
Denn an dem Gebäude nagt der Zahn der Zeit.
Die Naturkräfte, die auf jedes Bauwerk einwirken, zeigen auch an diesem Gotteshaus ihre Auswirkungen.
So haben die jüngsten Untersuchungen ergeben, dass an entscheidenden Stellen der Baukörper einer umfassenden Sanierung bedarf. Auch deshalb stehen in naher Zukunft Bauvorhaben an, die nun keinen Aufschub mehr dulden.
Für die Sanierung sind 1 Million Euro veranschlagt. Neben der Unterstützung durch verschiedene Partner und verantwortliche Institutionen wird ein Großteil der entstehenden Kosten durch die Kirchgemeinde und uns alle, die wir sie dabei unterstützen, aufzubringen sein.
Diese Tatsache legte Professor Ludwig Güttler am Schluss des Konzertes den Zuhörern in seiner höchst eigenen, freundlich fordernden und doch charmant witzigen Art nahe. Laut ersten Informationen fiel dieser Aufruf in offene Ohren, was sich vor allem in der hohen Spendenbereitschaft am Ende des Abends widerspiegelte.
In Zeiten von Sattheit und Überfluss, wie ich meine, gut angelegtes Geld!

Dem Konzert am 1. Juli werden noch neun weitere interessante und ansprechende Abende im Rahmen des Musiksommers 2019 folgen.
J.L.
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27.08.2019
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